Information zum Arbeiten mit Ochsen in Mexiko

Aus dem Roman "Trozas"von B. Traven ergibt sich ein anschauliches Bild über die Arbeit mit Ochsen (Bueys) im Urwald von Mexiko bei der Gewinnung von Mahagoni. Die Boyeros (Ochsenknechte) sind nicht nur für ihre Tiere (Fütterung, Gesundheit, Ausbildung, Arbeitsleistung) sondern auch für ihr Werkzeug (Ketten, Haken, Äxte,...) verantwortlich. Ein Carretero ist ein Ochsenfuhrmann mit Wagen und im Gegensatz zu einem Boyero meist mit Fracht auf Straßen unterwegs. Die Ochsen werden paarweise mit einem Genickjoch genutzt (Mancuerna), fünf Mancuernas voreinander gespannt ist ein Tiro. Die zu bewegenden Baumstämme (Trozas) sind tonnenschwer und das Gelände ist, gelinde gesagt, schwierig. Gearbeitet wird meist mit einer zusätzlichen Hilfe in Form eines Jungen (Ganan). Zum Transport werden die Stämme vorn angespitzt (Chuso). Die schweren Zugketten werden, solange man sie nicht nutzt, den Ochsen über den Rücken gelegt, damit sie sich nicht im Unterholz verfangen. Zwei Schlepphaken werden beidseits in den Stamm eingeschlagen und krallen sich noch tiefer in das Holz unter Zugbelastung. Die Kette wird durch die Haken gezogen bevor sie festgeknebelt wird. Zum Anziehen der schweren Lasten muß ein einzelner Ochse im Doppelgenickjoch antreten, damit ein seitlicher Drift entsteht. Dann können beide in den Zug treten und die Last fortbewegen. Einen ähnlichen Trick gibt es bei der Kettennutzung: zum Anziehen muß die Kette immer unten am Stamm liegen, dann dreht sich dieser unter der ersten Bewegung und die Spitzenbelastung in diesem Moment wird erleichtert. Weil Rinder hitzeempfindlich sind und mit der steigenden Wärme des Tages auch beißende, blutsaugende Insekten aggressiver werden wird sehr früh angefangen und bis zum späten Vormittag muß die Arbeit mit den Ochsen erledigt sein. Ihr Gang wird treffend als gemächlich, bedächtig aber gleichmäßig beschrieben. Und es wird der Hinweis eingeflochten, daß Ruhepausen für die Tiere einzuhalten sind nach kurzen, heftigen Anstrengungen auch auf die Gefahr hin, daß sich die Tiere einfach hinlegen. Die Joche bestehen aus roh zugehauenen, ca. 20kg schweren, langen Balken die quer auf dem Genick liegend mit Lederriemen festgezurrt werden. Traven beschreibt durch die Hörner gebohrte Löcher für diesen Zweck - was ich mir anatomisch bedingt kaum vorstellen kann.