Stirnjoch

auch Stirnblatt, Hirngeschirr, Kopfzuggeschirr, Schappel, Schäpfelgeschirr

Ortscheit

1b. Stirneinzeljoch

Grob unterteilt gibt es sie aus rundgebogenem Holz und/oder aus einem passend geschmiedeten Eisen. Allen gemeinsam und im Unterschied zu dem Schub ist: der Zugansatz erfolgt unmittelbar am Jochbogen. Die meisten Polster bestanden aus zB. mit Stroh gefülltem Rindsleder. Es finden sich allerdings alternative Füllmaterialien (Roßhaar, Sauborsten z.B.) genauso wie Lederersatzmaterial. Sattlermeister Schöttler aus Falkenrehde bietet für empfindliche Rinder zusätzlich eine Unterlage aus Drell und Segelleinen, gefüllt mit Rosshaar, für die Stirn an.

Sattlermeister A. Eggert aus Wegeleben im Harz (heute Sachsen-Anhalt) hat 1883 zB. ein "Kopfholz für Rinder" patentieren lassen, an dem er das Holz durch einen Eisenbogen ersetzte, um "ein Federn zu verhindern und eine größere Haltbarkeit" zu erzielen. Die Polster waren auswechselbar und damit auch unterschiedlicher Kopfform anpassbar. Der Eisenbogen konnte gekröpft werden um ein Scheuern unter den Hörnern zu vermeiden - also damals schon Tierschutz mitbedacht.

1906 hat ein Deutscher, Joseph Hartmann, in Frankreich ein Patent für ein Stirnjoch mit Federung zwischen Polster und Eisenrahmen angemeldet.

Auch hier soll nach den Gegenden, in denen diese Stirnjochs benutzt wurden, unterschieden werden. Es gibt also Stirnjoche aus

2. Stirndoppeljoch

Vermutlich sind keine mehr vorhanden.

Interessanterweise gibt es ein Patent in Frankreich (1913) von einem Herrn Basile Montegudet in Creuse (Zentralfrankreich) was einen Schnellverschluß für eben solche Joche beschreibt, ein Verschluß mit dem das einzelne Tier quasi mit einem Klick an- und ausgespannt werden kann.

Die Vor- und Nachteile des Stirnjochs sind beim Schub erklärt.