Dreipolster-Halbkumt n. Lang und Vogt

Dieses starre, trotzdem verstellbare Kumt wurde vom Landwirt Lang (Ingelfingen, Baden-Württemberg) und dem Sattler Vogt aus Halbkumten entwickelt. Die Polsterung dieses Teils besteht aus 3 Teilen: ein kleines Polster am Widerrist soll verhindern, daß das Kumt dort scheuert, die beiden Seitenpolster dienen der eigentlichen Zugabnahme. Zusammengehalten wird alles von einem Tempergußrahmen der im unteren Drittel je 2 Bohrungen für die Aufnahme der Zughaken hat. Die Seitenkissen sind auf Holz aufgebaut mit Seegrasunterlage, (Roß-)Haarpolster und Lederüberzug. Diese Kissen sind weit verstellbar (oben und unten 8cm Spielraum!) während die Größe der Tiere maßgeblich durch verschiedene Rahmen eingepaßt wird. Für sehr hoch gebaute Rinder gibt es zusätzlich längere Polster.

Langs Rekord

Der gußeiserne Rahmen hält die 3 Polster zusammen und läßt geringe Einstellmöglichkeiten zu. Das Halbkumt ist insgesamt 42cm hoch, und bei den derzeitigen Einstellungen mit einer lichten Weite von 24cm unten bzw. 16cm oben und einer lichten Höhe von 33cm. Der Bogen aus Gußeisen ist insgesamt 33cm hoch (lichte Höhe 29cm), unten 26cm weit und mindestens 0,7cm dick. An den beiden untersten Enden nach der Seite hin eine Möglichkeit zum Einschrauben der Zughaken (1,5cm x 13cm), wobei die eigentlichen Haken nur 4cm im Durchmesser betragen. Eine weitere Möglichkeit zum Anbringen der Zughaken besteht 3cm darüber. Zwischen diesen beiden Gewinden liegt die untere Verstellmöglichkeit für das seitliche Polster: hier kann es mittels einer Feststellmutter um 4cm seitlich bewegt werden. Auf 18,5cm Höhe des Eisenbogens gibt es eine weitere Möglichkeit zur Verschiebung um 3cm der seitlichen Polster. Auch hier mittels einer Feststellmutter, unter der zusätzlich der Leinenführring (5,7cm) mit seiner Befestigungslasche (3,5cm) angebracht ist. Oben unter der Beschriftungsmitte ein 8cm breites und um 2cm flach nach vorn gewölbtes Eisenteil mit einem kleinen Loch durch welches das Nackenpolster und der Rückenriemen festgeschraubt sind. Hinten ein ähnlicher Vorsprung, allerdings 22cm breit und 2,5cm abstehend mit 2 weiteren Löchern zur Befestigung des Nackenpolsters. Das lederne, mit Haaren gestopfte Nackenpolster ist oval, 20cm x 10cm, und mit einem von einem Lederband umsäumten Rand. Ein kurzes Ende vom Rückenriemen ist noch mit festgeschraubt, der Rest ist auf Höhe des eisernen Vorsprungs abgerissen (da schürft vermutlich die Kante). Die Seitenpolster haben eine stabile Holzgrundlage die sinnvollerweise nach vorn gerichtet ist und den viereckigen Grundriß vorgibt. Außerdem bietet diese Holzfläche zusätzlich seitlichen Spielraum in dem auch hier Verstellmöglichkeiten an den oben beschriebenen Punkten um mehrere cm möglich sind. Fest darauf vernagelt ein mit Haaren gestopftes Lederpolster, die Ecken jeweils nur in Form gezogen. Die jeweilige Außenkante dieser Polster wurde zum Schutz und zur Zier mit einem Messingblech und messingfarbenen Ziernägeln beschlagen, der Rest der Umrandung wurde mit grünem Lederband und denselben Nägeln bespannt. Gewicht: 5,3kg
Mit diesem Halbkumt kam ein Überwurf aus Sämisch Leder. Noch immer wunderbar weich und hell. Der Überwurf besteht aus 2 Teilen: dem Schnallende, 5cm breit, 14cm lang mit einer Schlinge für die Zugstränge und einem Steg aus dunklem Leder an der Eisenschnalle, und dem eigentlichen Überwurf, 5cm breit, 160cm lang, 0,4cm breit, auch mit einer 8cm Schlinge am Ende.

Vogts Reform DRGM

Ein ähnliches System mit kleinen Unterschieden: ein gußeiserner Rahmen trägt die 3 Polster. Das Halbkumt ist insgesamt 42cm hoch, mit einer lichten Weite von unten 22cm, oben 14cm bei den derzeitigen Einstellungen. Der Rahmen ist an seiner schmalsten Stelle (Gewichtsersparnis!) 2,5cm, an seinen breitesten 6cm (den Stellen zum Verschieben der Seitenpolster) breit, mindestens 0,8cm dick und 33cm hoch. Am untersten Ende der Seiten eine Möglichkeit zum Einschrauben der Zughaken, hier von vorn zu schrauben, das heißt die Haken müssen eine 90° Wendung machen, da sie von der Seite kommen. Die eisernen Zughaken selbst sind 11cm lang bei 1,7cm Material-stärke und dem eigentlichen Haken von 4cm. Die Gebrauchsspuren erzählen von eingehängten Ketten. Auch hier 3cm höher eine zweite Möglichkeit zum Anbringen der Zughaken. Es bedarf einer Feststellmutter um die Zughaken dauerhaft seitlich zu halten. Zwischen den beiden möglichen Zughaken-Platzierungen ein 5cm breiter, 1,5cm hoher waagrechter Schlitz zum Verstellen der Seitenpolster. Die Feststellung erfolgt per Unterlegscheibe und Mutter. Auf 19cm Höhe des gußeisernen Rahmens die zweite Möglichkeit zum Einstellen des Seitenpolsters, hier eine Varianz von 4cm. Unter den Feststellmuttern hier ein zur Öse gelegtes Metallband (2,5cm x 10cm) in dem ein Eisenring (4,7cm Durchmesser) die Führung der Leinen übernimmt. Im oberen Bogen hinten befindet sich ein eiserner Vorsprung: 20cm breit und 2cm tief. Er bietet mit 3 Löchern dem Nackenpolster Halt und nimmt gleichzeitig den Ansatz des Rückenriemens auf und einen eisernen Flachhaken für ?einen Rückenriemen?. Der eigentliche Rückenriemenansatz besteht aus einer Lederstrupfe, 2,5cm breit, 44cm lang, mit mindestens 2 ausgerissenen Löchern. Die Reparatur erfolgte durch Aufdopplung mit einem zweiten, der Länge nach festgenähtem Leder. Das lederne Nackenpolster ist spitzoval, 19cm x 10cm und 2-3cm dick. Sein gesamter Nahtumfang wurde mit einem zusätzlich aufgenähten Lederband verstärkt, welches vor allem im Bereich der Metallkanten des Rahmens und des Verlauf des Rückenriemens in Mitleidenschaft gezogen ist. Die Grundlage für die Seitenpolster bilden Holzplatten zwischen 7cm (oben) und 9cm (unten) breit. Sie sind abgerundet statt streng viereckig, besonders innen-unten und außen-oben. Die Außenkante der Polster ist mit einem Messingblech und entsprechenden Ziernägeln verstärkt (jetzt unter einer dicken Schicht schwarzer Farbe versteckt), die restlichen Ränder der Seitenpolster sind mit einem Lederband und ebensolchen Ziernägeln beschlagen. Das Lederpolster selbst ist 6cm dick, an den Ecken nur gespannt, unten zT. in viele kleine Falten gelegt und rundum am Holz festgenagelt. Zwischen Polster und gußeisernem Rahmen treten unten links eine lederne Strupfe (3cm x 12cm, dabei gerissen, geflickt und wieder gerissen) und rechts das Schnallende (3cm x 48cm, mit punzierten Seitenlinien) dieses Riemens hervor. Er soll wohl den Sitz des Halbkumts verbessern. Gewicht: 5,8kg