Niedersächsisches Stirnjoch

Niedersächsisches Stirnjoch

Dieses Stirnjoch kommt ohne viel Eisen aus, dadurch ist es sehr leicht. Der Holzbogen ist in der Mitte 6,5cm hoch, an den Seiten nur noch 2cm und dort passend zu den dreieckigen Platten der Eisenösen geformt. Der Bogen ist 2cm dick und 63cm breit. Drei blütenförmige Ziernägel haben ehemals seine Front geziert, der mittlere fehlt inzwischen. Die Hornriemen waren auf der Vorderseite angenagelt, deren Abdrücke und der Abrieb auf dem Lederpolster sind deutlich zu sehen: 23cm von einander entfernt, jeder Riemen 2cm breit. Die beiden eisernen Ösen mit ihren nur 4cm im Durchmesser großen Ringen zur Zugabnahme sind nur auf den ersten Blick gleich. Von einer Öse ist das äußere Dreieck 4cm breit, 8cm lang und 3 gleichgroße Nieten befestigen es durch das Holz hindurch mit einer ähnlichen Platte auf der Innenseite unter dem Lederpolster. Von der anderen Öse ist das eiserne Dreieck 4cm breit, nur 7cm lang, von 3 Nieten ist die äußerste sehr groß und der innere Ösenteil läuft ohne sich zu verbreitern unter das Lederpolster. Vermutlich läuft erst da das Metall flach aus um eine gleiche Größe der sichtbaren Anteile der Ösen sicher zu stellen. Das mit Haaren gestopfte Lederpolster bedeckt die gesamte Innenfläche des Holzbogens und ist mittels Nägeln an diesem rundherum befestigt. Es ist 8,5cm hoch und 5cm dick. Das Stirnjoch biegt sich um 20,5cm nach hinten und ist insgesamt 46cm breit. Gewicht: 0,95kg

1899 hat ein Herr Franz Albers aus Hildesheim sich Gedanken gemacht wie man ein Wundscheuern des Kopfes vermeiden kann und gleichzeitig das Stirnjoch an unterschiedlichen Kopfformen anpassen kann. Sein Patent beschreibt ein Stirnjoch ohne Polster, dafür mit einem stabilen Lederriemen der durch Federn beim Arbeiten unter Spannung gerät.

Und es gab noch einen Erfinder in Hildesheim der tierschützerische Ideen patentiert hat: Ernst Witte war sein Name. Sein erstes Patent hat er 1902 gesichert, eine Neuerung bezüglich der zwischen Jochrahmen und Polster gefederten Stirnjoche die schon markttauglich waren. Sein Polster war unabhängig vom Jochrahmen und konnte sich somit bei ungleichem Zug auch seitlich bewegen. Das zweite Patent in seinem Namen (auch von 1902) ist eine Erweiterung und ersetzt die Stahlbänder der Polsterhalterung durch ein einziges mit Ankerschrauben und Federn am Jochrahmen befestigtes. Dadurch wird das Joch leichter und bekommt einen besseren Druckausgleich.

1924 noch hat Heinrich Heumann aus Rosenthal (Peine) ein Patent für ein federndes Stirnjoch angemeldet um "die Gefahr einer Verletzung der Stirn des Zugtieres gegenüber den bekannten Jocheisen"zu vermindern.