Mähmaschine McCormick

Es handelt sich bei unserem Mäher um einen alten, gebrauchsfähigen Aufsitz-Balkenmäher von McCormick (8A). Rinder benötigen zum Arbeiten mit dieser Mähmaschine einen Vorkarren oder zumindest eine Deichselstützrolle, anders als Pferde tragen sie die Deichsel nicht. Dadurch kann das Mähwerk länger und noch schwerfälliger werden. Das Rückwärtsrichten in den nicht so geraden Wiesen und bei Baumbestand wird dadurch schwieriger.

An der Spitze muß die Deichsel (ohne Vorkarren) 80cm +/-5cm hoch sein damit das Mähwerk richtig angestellt läuft. Das Mähen drückt die Deichsel vorn nach unten, dem muß gegengehalten werden. Für Pferde, die die Deichsel mit einem Brustscheit tragen, wird die Deichselbelastung durch Gewicht hinter der Achse (belasteter Sitz und ggf.noch zusätzlich Gewicht unten dran) auf 8-10 kg gesenkt.

Der Balken muß außen etwas in Richtung der Fahrt zeigen (Voreilung haben), das läßt sich einstellen. Der Abstand von Mähschuh innen bis zur Deichselmitte beträgt 44 cm. Der McCormick 8 hat einen 1,37m bzw. 1,5m Mähbalken. Das Antriebsrad ist links und treibt über ein Zahnrad das Getriebe an.

Die Pleuelstange (Leiermännchen, Jäger) ist aus Eschen-Holz welches bei unserem Mäher die Holzwürmer bislang verschont haben.

Die Typenbezeichnung ist auf dem Getriebedeckel erhaben gegossen. Sind Schmiernippel vorhanden (und nicht nur Bohrlöcher) ist es ein 8er oder jünger. Für die Ölkanne gibt es einen extra im Guß berücksichtigten Ölkannenhalter vor dem Werkzeugfach in der Mitte.

Der lange Handhebel bewegt den Mähbalken zwischen Transport- und Mähstellung, der Fußhebel hilft bei kleinen Korrekturen wie zB Maulwurfshaufen.

Zum Arbeiten muß außerdem ein Besen (Reisigbesen!) mit aufs Feld und ein Eimer Wasser zum Säubern und Freispülen Lehm verklebter Messerfinger / Führungen und Messerklingen. Auch Gänsekiele wurden dafür verwendet. Das Verstopfen tritt vor allem auf, wenn schmieriger Boden als Maulwurfshaufen auf der Wiese ist und ins Mähwerk gerät oder die Messerniederhalter verschlissen sind. Und wenn Rinder mit ihrer langsamen Gangart versuchen mit einem Pferdemäher zu arbeiten, das legt die Mähmesser sofort zu. Rinder brauchen eine andere Übersetzung im Getriebe!

Weil dem guten Stück das Zubehör für das Getreidemähen fehlt - weder ist eine Holzablage noch ein großes Schwadblech am Messerbalken vorhanden, auch kein Stützrad an der Spitze des Mähbalkens um diesen auf Stoppelhöhe zu halten, geschweige denn einen 2. Sitz für den Ableger - handelt es sich um eine Grasmähmaschine.

Thema Arbeitssicherheit:

Nie gar nimmer nicht von vorn am Schneidwerk arbeiten oder sich vor dem Mähbalken aufhalten solange ein angespanntes Team vor der Mähmaschine steht!!

Wer noch Tips und Tricks bezüglich der Pflege- bzw. Wartungsarbeiten (Schmierstellen und Schmiermittel), der Funktionalität und der Schärfung des Messers hat, immer her damit.

Der Starke-Pferde Verlag stellt in seinen Betriebsanleitungen folgende Informationen zur Verfügung:

Bilder von Zweispänner mit Normalbalken, Kuhmäher mit Tiefschnittbalken und Einspänner mit Mittelschnittbalken jeweils im Gebrauch

Ölbadgrasmäher mit Zentralschmierung und Stahldeichsel

Ölbadgrasmäher: Bild vom Mäher und technische Bilder

Bedienungsanleitung für den McCormick D10

Ersatzteilliste für den McCormick D10

besondere Ausrüstung für McCormick Grasmäher

Aus den dort veröffentlichten Unterlagen geht ferner hervor, daß McCormick und Deering zwar unterschiedlich lackiert, aber baugleich sind.

Deswegen nachfolgend noch die Gebrauchsanweisungen für McCormick / Deering 8A, 8B und 8C:

Deichselträger / Stützrad

eine Abbildung des Deichselträgers, einem einfachen Stützrad:

Vorderwagen J1

eine Abbildung des Vorderwagens J1:

Vorderwagen UA01

eine Abbildung des Vorderwagens UA01:

McCormick 8C (Kuhmäher)

Die folgenden Bilder sind von einem alten McCormick 8C Mäher. Es überrascht die extrem kurze Originaldeichsel und der trotz des Alters sehr gut erhaltene Zustand des Gerätes. Es handelt sich um einen der ersten dieser Mähmaschinen, gebaut um ca. 1850, noch mit freiliegendem Getriebe, das zwar geschmiert werden kann, aber nur durch eine einfache Klappe vor Schmutz mehr oder ehr weniger geschützt ist. Deswegen laufen diese Exemplare auch lauter und schwerer als die folgenden Baureihen mit Ölbad-Getriebe. Der lange, hölzerne Handhebel zum Ändern der Messerbalkenstellung ist zerbrochen und sollte vor einem neuem Gebrauchseinsatz repariert werden. Die erste Reaktion einer alten Landwirtin auf das freiliegende Antriebsrad links: nur mit enganliegender Kleidung arbeiten! Die Raststellen für die Füße sind für einen besseren Halt geriffelt, der Sitz ist einfach nur bequem; die Federung durchaus wichtig, wenn man sich stundenlang auf unebenem Boden bewegt. Der Getriebedeckel eröffnet einen Blick auf die Zahnräder, die den Antrieb vom Rad auf letztendlich die Messer übertragen. Von hier reicht eine verdeckte Welle nach vorn zur Pleuelstange. Das blaue Band war der Versuch das Gehäuse mit Auspuffband gegen Umwelteinflüsse abzudichten und ggf. mit Öl zu arbeiten. Funktioniert nicht wirklich gut. Es empfielt sich immer ein oder besser zwei Pleuelstangen auf Vorrat zu haben, dann muß bei einem Bruch die Arbeit nur kurzzeitig unterbrochen werden. Außerdem, wenn man sich schon mit den Holzteilen beschäftigt und alle Werkzeuge zum Fräsen und Bohren in der Hand hat, kann man gleich mehrere herstellen. Ersatzteile für den Messerbalken sollten auch heute noch im Handel erhältlich sein.