Sylvester

Sylvester, 31.12.2018

31. Dezember 2018. Dreimal dürft Ihr raten, warum sie mich Sylvester getauft haben - stöhn - mußte ich mir auch ausgerechnet diesen Tag für meine Geburt aussuchen? Die gute Nachricht: im täglichen Umgang werden sie mich "Festus" rufen, das haben sie mir versprochen. Hier die ersten Bilder von mir; selbstverständlich bin ich kohlrabenschwarz, naja, so ähnlich zumindest.

Saugversuch bei meiner Mama

Vielleicht wißt Ihr es noch von meinen Geschwistern, dem Ushiwaraji und der Hopi, ich hab mir eine Mama ausgesucht, die Hedda, die 2 Persönlichkeiten hat. Erst lockt und ruft sie mich und bekuschelt mich solange ich im Stroh liege, aber dann, wenn ich Hunger hab, tritt und schubst sie mich. Die Chefkuh kann sie ganz normal melken, bloß uns kleine, schwarzen Samtschnuten mag sie nicht.

hurrah, die Oma gibt auch Milch!

Und weil die Mama so grob zu mir war, hab ich mich nach Alternativen umgesehen, sogar beim Bill hab ich es probiert, ehrlich - nüscht, kein bißchen was. Aber dann! Stellt Euch vor bei der Oma, der Hanna, bin ich fündig geworden. Die Chefkuh war ganz baff; seit 14 Tagen hat sie gesehen wie die Oma aufeutert, dabei hat die doch ihr letztes Kalb schon vor einem halbem Jahr trocken gestellt. Und wieder tragend ist sie auch nicht, sie war nicht beim Decken, weil die Chefkuh immer noch mit ihrem Hax beschäftigt ist. Jetzt hab ich die Milch von 2 Kühen zur freien Auswahl, ist das nicht toll?

Was kuckst Du so?

Damit es auch ja nur mir bleibt sind die anderen, vor allem der Pankratz (der hatte schon leuchtende Augen beim Anblick des Euters meiner Mama), ausgesperrt in der Nachbarbox. Immerhin können wir durchs Gatter ratschen, da kann ich schon viel erfahren, wie es hier zugeht.

meine Oma, die Hanna, zeigt mir Schnee

Im Februar ist was komisches passiert: da ist so weißes Zeug vom Himmel gefallen. Meine Oma hat gesagt, das tut nicht weh und ich soll einfach mal mit rauskommen. Saukalt war es, und nass, weil das weiße Zeug zergeht wenn man es auf die Nase kriegt. Auf dem Rücken nicht, da bleibt es erst eine Weile liegen. Wir hatten mächtig Spaß draußen, aber ich war froh wie ich mich drinnen wieder ins warme Stroh kuscheln konnte.

meine Oma, die Hanna, nimmt mich bei einem Ausflug mit; Mai 2019

Es ist Mai 2019 und es gibt Neues zu berichten: aus dem "Sylvester" ist endgültig ein "Festus" geworden, das hilft. Und die Oma nimmt mich mit auf die Erkundungen im Ort. Was ich da schon alles sehen kann! Echte Autos und knatternde Motorräder aus der Nähe; dann die Hunde und Kaninchen vom Nachbarn, besonders die Kaninchen sind schrecklich weil sie so unerwartet davon springen, ach, was hab ich mich da schon erschrocken! Dann die kreischende Motorsäge von unserem Landwirt; beim ersten Mal hab ich versucht sie zu übertönen, aber egal wie laut ich gemuht hab, das Geräusch der Säge war lauter ...

meine Mama, die Oma und ich (und der Peter); Mai 2019

Könnt Ihr mich überhaupt erkennen? Ich steck zwischen den dicken Bäuchen meiner zwei Erziehungsberechtigten; das Bild ist vom gleichen Tag wie das oben, wo ich mit der Hanna allein unterwegs bin. Die Verantwortung hier hat der Peter, die Hanna und Hedda sind im Halsjoch und ich bin an der eigentlichen Lastöse angebunden. Zwischen den Damen bin ich sicher und kann trotzdem alles sehen und hören, vor allem die Kommandos werden wichtig.

Festus kurz vorm Umsiedeln

Muß doch noch ein Abschiedsphoto von mir hinterlassen, soll doch in gut einer Woche umziehen. Es geht nach Aislingen-Baumgarten, weiß ned recht was ich davon halten soll. Ich werde die Crew hier vermissen, das ist sicher. Andererseits bin ich groß genug um ohne Mama, na Ihr wisst schon... Irgendwann will man selbständig sein. Und ich hab schon tolle Sachen von meinem neuen Zuhause gehört. Trotzdem stehen mir die Sorgenfalten auf der Stirn...

dick eingestreuter Anhänger

Heute, am 5. Januar 2020, ist mein großer Tag: ich zieh um. Also Anhänger fahren haben wir schon für die lebende Krippe geübt und die Hanna, meine Ersatz-Mama, hat mich schon vor einem halben Jahr entwöhnt und mir beigebracht auf eigenen Füßen zu stehen. Und jetzt ist es so weit. Ich bin nicht ganz allein, die zweibeinige Frieda kommt mit, die kenn ich schon seit meiner Geburt. Mal sehen was mich im neuen Stall erwartet. Immerhin soll es da auch Rinder geben. So, ich verabschiede mich jetzt mal von hier, vielleicht kann ich Euch noch ein paar Bilder von meinem neuen Zuhause schicken. Macht's gut ...