Früher ...

Früher? Leistung ...

Bis in die 1950er Jahre, also nach dem 2. Weltkrieg, waren Rinder in der Landwirtschaft gefragte Zugtiere. Zum Teil wurden sie selbst bei schon im Betrieb vorhandenen Traktoren parallel in Zeiten höchster Arbeitsintensität eingesetzt. Es wurde also bei der Zuchtwertschätzung nicht nur auf Milch und Fleisch geachtet, sondern auch auf die Arbeitsleistung. Man setzte für die Zuchtwertigkeit die 3 Bereiche z.B. bei den Simmentaler Rindern in der Schweiz in ein Verhältnis von 55:25:20, das heißt die Arbeitsleistung floss zu einem Fünftel in die Wertigkeit ein. Die durchzuführenden Tests wurden auf einem dem Rind fremden Rundkurs veranstaltet um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen. So waren regelmäßig gearbeitete Deckstiere auch in Zeiten wo keine rindernden Kühe belegt wurden von Nutzen und blieben aktiver bei besserer Deckleistung. (Über die Erziehung der Kühe und Zuchtstiere zur Arbeit; P.Moser; pdf 392,1 KiB)

In "Tools for agriculture" hat man 1992 verschiedene zur Zugleistung genutzte Tierarten bezüglich ihres Leistungsvermögens verglichen. Für uns sind die Zahlen nicht uninteressant, gibt es doch für Rinder keine Zugleistungsprüfungen mehr nach altem Stil. Die durchschnittliche Arbeitsgeschwindigkeit für viele Arbeitstiere liegt in etwa bei 1m/s, das entspricht 3,6km/h. Und ja, auch Tiere haben einmal einen schlechten Tag oder sind einfach krank, aber Maschinen gehen auch immer dann kaputt, wenn man sie braucht.

 
Tier Ochse           Büffel         Pferd           
typisches Gewicht (kgf) 450 550 400
Zugkraft:Gewicht Verhältnis  0,11 0,12 0,13
typische Zugkraft (kgf) 50 65 50
typische Arbeitsgeschwindigkeit  (m/s) 0,9 0,8 1,0
Leistung (W) 450 520 500
tägl.Arbeitsstunden 6 5 10

 

Für Tiere mit anderem Gewicht muß die Leistung proportional angepasst werden!
"Für einen harten Arbeitstag wäre wohl das Pferd am geeignetsten, es liefert 500W für 10 Stunden. Ochsen sind bekannt für ihre Fügsamkeit und sind wenig anspruchsvoll was ihr Futter betrifft - eine gute Wahl für etwas weniger anspruchsvolle Einsätze." - meint der Autor. Ich behaupte er vergleicht damit Äpfel und Birnen. Warum sollte das Pferd 10 Stunden arbeiten, ein Ochse aber nur 6? Es gab Rinder, die nur den halben Tag arbeiten mußten, den Rest des Tages auf der Suche nach Fressbarem verbrachten. Andere Rinder mußten den ganzen Tag arbeiten, wurden dafür im Stall mit Kraft- und Raufutter zugefüttert.